Leseproben



Hier handelt es sich um den Fall eines jungen, ziemlich zwanghaften Mieters, der seine eigentlich sehr entgegenkommende ältere Vermieterin, die im selben Haus wohnt, mit z.T. absurden Beschwerden bombardiert, wogegen sie sich nicht mehr zu helfen wusste.


Sehr geehrter Herr A.

vielen Dank für Ihren Brief vom 24.7.XX. Ihr Schreiben vom 17.6. habe ich aus familiären Gründen nicht sofort beantwortet. Vielen Dank auch für Ihre Bemühung, eine kostengünstige Lösung für das Fensterproblem zu finden.

Was die Küchentür- und -fensterkombination in Ihrer Wohnung betrifft, ist es leider so, dass das Element am Montag eingebaut werden muß. Es ist von mir bestellt worden, ich kann dies nicht mehr rückgängig machen. Eigentlich ist eine dichte Küchentür ja auch in Ihrem Interesse. Für weitere Fensterreparaturen werde ich die von Ihnen ausfindig gemachte Lieferadresse in Erwägung ziehen.

Nun zum Punkt der Mülltonne. Der vorige Standort hatte den Nachteil, dass die warme Abluft des Wäschetrockners direkt auf die Tonne traf. Durch die Erwärmung des Mülls kam es zu starker Geruchsentwicklung. Indem die Tonne etwas verschoben wurde, wird dies jetzt vermieden. Da auch Sie von der Belästigung betroffen wären, denke ich, dass der jetzige Standort, obwohl von Ihnen moniert, auch in Ihrem Interesse ist.

Einen weiteren Punkt möchte ich noch ansprechen. Ich habe mich kundig gemacht bezüglich des Balkonbelags. Wenn ein Mieter einen Belag entfernt, weil er individuell Probleme damit hat, muss er für Ersatz sorgen. Dachpappe ist nicht so widerstandsfähig, dass sie ohne Beschädigung auf Dauer betreten werden kann. Ich möchte Sie deshalb bitten, baldmöglichst für einen neuen Belag zu sorgen. Mein mündliches Angebot, Sie könnten ja einstweilen einen Teil der noch ausstehenden Kaution dafür verwenden, kann ich leider nicht aufrecht erhalten. Sie haben ja auch keinen Gebrauch davon gemacht. Ich muß Sie also außerdem bitten, innerhalb von 4 Wochen die gesamte Kautionssumme in Form eines Sparbuchs bei mir zu hinterlegen. Es ist doch immer besser, wenn man klare Verhältnisse schafft, nicht wahr?

Da mich mein Sohn N. in Zukunft bei der Hausverwaltung unterstützen wird, möchte ich Sie außerdem bitten, sich künftig an ihn zu wenden, wenn Sie noch Fragen haben. Seine Tel.Nr. lautet (..).

Dass wir zu einem nachbarschaftlichen Verhältnis zurückfinden, wie Sie es wünschten, dem steht von meiner Seite nichts entgegen.

Mit freundlichen Grüßen